Börger - 1150 Jahre jung und weit älter
 Aus der Frühgeschichte - Nordeuropäische Germannen, die vor der Zeitenwende sesshaft wurden, werden wohl an den Eschen des Hümmling, so auch in Börger gesiedelt haben. Ein genaues Alter unseres Dorfes lässt sich nicht ermitteln. Auch die erstmalige urkundliche Erwähnung im Jahre 854, die immer wieder erwähnt wird und auch Pfarrer Dr. Diepenbrock und vor ihm viele andere Leute aus einer alten Aufzeichnung (Falkenhagen 15. Jahrhundert) übernehmen, lässt sich historisch nicht belegen und ist fraglich, da Urkunden gänzlich fehlen. Im Börger Esch findet man an einigen Stellen eine über 2 Meter mächtige Mutterbodenschicht. Dieses so sagen Experten, kann nur durch eine 2000jährigen Ackerbau aufgebaut werden und belegt, dass hier lange Menschen heimisch sind. Ob sie ihren Wohnort damals Börger, Buigiri, Burgern oder Bürgern nannten, ist fraglich und eher unwahrscheinlich. Sicher ist nur, das weit vor Christi Geburt auf dem Hümmling und in der Börger Mark Menschen gelebt haben. Dieses belegen die Großsteingräber und die Hügelgrabfelder, die an vielen Stellen vorhanden waren und teilweise noch existend sind. Auch südlich von Börger im Esch, vor der Hemstäe, sollen einst Menschen gesiedelt haben, berichtet eine mündliche Überlieferung. Hier befand sich einmal ein großes Grabhügelfeld (übersetzt wohl „Heimstätte“ aus der Jungsteinzeit, Diese Grabhügel, die in der gesamten Börger Mark verstreut zu finden sind entstammen der so genannten Schnurbecherkultur (zuwandernden Germanen aus dem Südosten, auch Streitaxtmenschen genannt). Um Christi Geburt wohnten "Amsivarier" (von den Römern so genannte Emsbewohner) im Emsland und auf dem Hümmling. Dieses kleine Volk wurde, so überliefern es Römische Geschichtsschreiber, aus Rache nach der Varusschlacht unterjocht, verschleppt und vertrieben. Kurze Zeit später (um 50 n. Chr.) lebte auch der Germanenstamm der Chauken (oder Chatten) im Emsland und auf dem Hümmling und nahmen hier die Herrschaft ein. Der römische Geschichtsschreiber Tacitus berichtet im 2. Jahrhundert nach Christi über die Cauken, dass sie sich durch Güte und Familiensinn aber auch durch Tapferkeit im Kampf gegen Feinde auszeichnen. Um das Jahr 400 rückten die Sachsen aus Osten vor und die Friesen aus Norden (?!). Der Hümmling war bis ins Mittelalter zwischen Sachsen und Friesen strittig. Die Sachsen waren aber wohl Herren im Lande. Wir können wohl davon ausgehen, dass sowohl Sachsen, Amsivarier, Chauken aber auch die Friesen Spuren in den Genen der Hümmlinger und Börgeraner haben. Überlieferungen - Börger führt seinen Ursprung auf Kaiser Karl den Großen zurück, so wird es überliefert. Im Jahre 854 soll es erstmalig erwähnt sein und Burgiri genannt sein und im Jahre 879 „Burgium“ heissen, berichtet Dr. Diepenbrock. Im Jahre 1160 in einer anderen Urkunde „Bürgeren“. Sprachforscher übersetzten Burgiri mit Birkenhöhe. Eine andere Überlieferung spricht von einer Ansiedlung von Friesen um das Jahr 783. „Diese Friesischen Siedler sollen angeblich als Grabwache bei ihrem gefallenen König Surboald geblieben sein, als dieser schwer verwundet nach der Schlacht zwischen Franken und Sachsen, hier in Börger, an der Grenze zu seinem Friesenreich, beigesetzt wurde. Diese Ehrenwachen sollen mit Freibrief von Karl dem Großen „als freie Bürger (Börger) des Sachsenlandes ansässig geworden sein“, so sagt man. Eine dritte Überlieferung über den Ursprung des Dorfes berichtet von einem Wehrdorf mit 16 Häusern, das zum Schutz des Sachsenlandes an der Grenze zu Ostfriesland angelegt wurde. Weltliche und kirchliche Obrigkeit - Die Germanen verehrten ihre nordischen Gottheiten mit Gottvater Wodan, Sohn Thor, sowie seiner Gemahlin Freija und Weiteren. Nach diesen Gottheiten sind die Wochentage benannt und es hält sich die Überlieferung, dass bei den großen Steinen in Börger einst eine alte Thingstätte war und man auf dem Opferstein, Gaben darbrachte und an diesem Platz Zeremonien abhielt, bis der Christliche Glaube Fuß fasste. Die Missionierung Norddeutschlands erfolgte durch Christlichen Missionare die aus Irland und Angelsachsen kamen. Der Missionar Bonifatius gilt als Verbreiter des Glaubens in Norddeutschland. Die Missionare verbreiteten den Christlichen Glauben bei den Friesen und Sachsen. Zuerst aber mit nur mäßigem Erfolg. Die Franken brachten später das Christentum als Staatsreligion mit und so verfestigte sich das Christentum hier an der Ems. Börger und der Hümmling wurden im Mittelalter kirchlich aber auch weltlich vom Kloster Corvey (in der Nähe von Höxter an der Weser) verwaltet. Ob der Hümmling durch die Missionszellen Meppen oder Visbeck missioniert wird ist nicht genau aufgezeichnet. Einige Historiker sprechen für den Nordhümmling eher vom Visbecker Einfluß bei der Missionierung. Später wird der Hümmling mit der Urkirche in Sögel, Meppen zugeordnet. Mit der Ausführung der weltlichen Macht (Gerichtsbarkeit und Steuerwesen) wurden Grafen eingesetzt (belehnt). Für die Grafschaft Meppen und den Hümmling waren es die Grafen von Ravensberg und die Grafen von Tecklenburg. Nach langen erbitterten Streitigkeiten zwischen beiden Häusern verkaufte die man im Jahre 1252 den verwaiste Grafenstuhl des Emslandes und die weltliche Macht ging an den Bischof von Münster. Bis in das 19. Jahrhundert hinein (1803) besaß der Bischof von Münster „so genannte weltliche Macht“, und der Bischof von Osnabrück „ die kirchliche Macht“. Der Börger Zehnte (die Steuer) ging an das Haus Brawe zu Heede, später durch Vererbung an die Grafen von Dinklage (zur Hälfe) und von Galen). Freie Bauern auf dem Hümmling - Der Hümmling war im Mittelalter im Gegensatz zu anderen Gebieten an den Flüssen sehr dünn besiedelt und bewaldet. Man hielt Vieh und betrieb Ackerbau. Das Vieh hielt man in Hudewirtschaft (einer Art Waldnutzung durch Haustiere), später entwickelte sich vom neunten Jahrhundert an, durch Zurückdrängen des Waldes, die Heidewirtschaft. Und je weiter der Wald der Heidelandschaft wich, je größer wurden die Heidschnuckenherden. Freiheitsliebend waren hier die Bauern. Während in anderen Gegenden viele Höfe „eigenbehörig“ (in Besitz eines Landesherrn) waren, sind auf dem Hümmling nur einige wenige Höfe im Eigentum eines Adeligen gewesen. Dieses ist teilweise durch die geringe Steuerkraft, aber auch durch die Schutzlosigkeit der abgelegenen Dörfer, begründet. Ein anderer Grund scheint die Freiheitsliebe der Bewohner zu sein. Wiederholte Aufstände der hiesigen Landsassen gegen auferlegte Lasten und Steuern, aber auch als Protest gegen den nicht vorhandenen Schutz gegen Plünderungen und Brandschatzungen aus benachbarten Regionen (Holländer, Friesländer, Stedinger) brachten die Freien Hümmlinger gegen die Herrschaft auf. 1266 wollten Sie sich unter den Schutz der Friesländer begeben um eigene Herren zu sein. Dieses gelang jedoch nicht. Weitere Aufstände der Bauern gab es 1340 und 1449. Die Freibauernurkunde aus dem Jahre 1394 gibt ein wenig Aufschluss über die Probleme der Zeit. In dieser Urkunde unterstellen sich die Hümmlinger Bauern dem Schutz des Bischofs von Münster, als dieser die Cloppenburg erobert und an Macht gewinnt. Er solle den Hümmling gegen Übergriffe von fremden Adeligen und Banden schützen. In dieser Bekundung sind die Börger Bauern Oldeth, Abeln und Kosse erwähnt und Mitverfechter. In Börger sind einst 19 Urhöfe vorhanden gewesen, aus denen sich die heutige Dorfgemeinschaft entwickelte. Die erste Siedlungseinheit wird in Börger wohl die Hofgruppe gewesen sein, die sich um einen Dorfmittelpunkt (Dorfbusk) formierte. Später entwickelte sich das „Haufendorf“. In einer Überlieferung wird von zwei Hufen (Nachbarschaften) in Börger gesprochen. Über die Jahrhunderte ist diese Zweisamkeit von Börger immer wieder zu finden (zwei Eschteile, zwei Mühlen, zwei Neusiedlungen 1788, usw.) Fehden, Kriege, Überfälle, die Pest - Durch die Jahrhunderte gab es zu allen Zeiten menschliches Elend durch Pest, Fehden unter den Adelsfamilien, Gruppen und Stämmen sowie Überfälle, Plünderungen und Kriege. Die ersten Berichte, die wir finden können, sprechen von Rache und Vernichtung gegen die Germanen und die Versklavung der Emsbewohner durch Römische Legionen, nach der Schlacht zwischen Römer und Germanen im Jahre 9 n. Chr. am Teuteburger Wald. Zu dieser Zeit begannen die großen Völkerwanderungen in Europa. Auch das Einwandern der Chauken und später der Sachsen in unsere Heimat ist mit Sicherheit nicht ohne Krieg, Elend und Unterdrückung abgegangen. In den folgenden Jahrhunderten gab es Einfälle von Normannen und der Wikinger. Aus dem Mittelalter wird von Überfällen und Raubzügen heimischer verarmter Bevölkerung und niederer Adel auf Handelswege und über den Hümmling berichtet. Ferner gab es Einfälle Friesischer Söldner und später der Holländer sowie der Tecklenburger von der besetzten Cloppenburg aus. Der Graf der Emslandes Otto von Ravensberg besiegte um das Jahr 1230 in mehreren Schlachten die Raubheere der Friesen. Einer der Schlachten soll in Börger, bei den großen Steinen stattgefunden haben und ist als „Hahnenkampf“ in die Geschichte eingegangen. Die Friesen unterlagen hier den zahlenmäßig unterlegenen emsländischen Mannen. Man nannte die Friesen spöttisch „Hähne“, weil sie lange Federn an den Helmen und Hauben trugen. In einem Bauernhaus in Börger hat es einst ein Bleiglasfenster gegeben, das eine Frau darstellt, die ihrem Manne, der sich zum Kampf auf ein Pferd schwingt einen Krug Bier reicht und ihn rät, nicht als Besiegter zurückzukommen. Unsägliches Leid brachte der 30jährige Krieg über die Bevölkerung. Umherziehende Soldateska und Söldnerhorden verwüsteten wiederholt die Orte und die Ernten. Die Bevölkerung wurde geknebelt, vergewaltigt und erschlagen. Besonders im Mai 1647 als Wahn, Lorup, und sechs Orte entlang der Ems verbrannten. Die Bewohner von Börger flohen vor den plündernden Soldaten in Moorverstecke. Von der Verschleppung des Börger Dorfschulten Albert Dillen wird berichtet und das man ihn mit dem Versprechen, das Dorf nicht zu brandschatzen gegen Lösegeld laufen ließen. Die Pest wütete dabei unter der Bevölkerung aber auch unter den Soldaten. Durch Pest, Krieg und Viehseuchen verlor unsere Region massiv an Bevölkerung. Weitere Kriege folgten und Teile der Bevölkerung wurden heimatlos. Vagabundentum, Scherenschleifer und Zigeuner erhielten Zulauf und standen in schlechtem Ruf. Als besonders schweres Jahr kann man das Pestjahr 1666 ansehen. Hier starben auf dem Hümmling viele Menschen. Die Pest wütete seit dem 14. Jahrhundert in immer wiederkehrenden Intervallen auf dem Hümmling und auch in unserem Heimatdorf. Die Kirchen - Über eine Kirche oder Kapelle wird zum ersten Mal im Jahre 1523 berichtet, dass in Börger die Kapelle ausgebessert wird. Also scheint es vor dem Jahre 1500 schon ein Kirchen- oder Kapellengebäude in Börger gegeben zu haben. Bernhard Holtmann spricht vom Jahr 1490. Diese Kirche ist schon dem Heiligen Joist (Jodokus) geweiht gewesen. Eigene Pfarrrechte erhielt man erst im Jahre 1573. Bis zu diesem Zeitpunkt gehörte das Dorf Börger zur großen Hümmlingpfarrei Sögel. Der Reformator Bonnus führte 1543 die Reformation auf dem Hümmling ein. Nach und nach folgten die Hümmlinger dieser Bewegung und in Börger lehrte zu dieser Zeit ein evangelischer Prediger, ein ehemaliger Bauer und Soldat. Das Pfarramt hatte jedoch der katholische Pfarrer in Personalunion für Börger und Sögel inne. Um 1600 war der gesamte Hümmling evangelisch. 1614 waren wieder einige Bewohner katholisch. 1633 fielen die Schweden ein und setzten den Katholiken mächtig zu. Das kirchliche Leben lag am Boden und die Gebäude waren Ruinen. Im Jahre 1659 wurde notiert, das Börger wieder ganz katholisch sei. Bis zum Jahre 1652 hatte Börger keinen eigenen Pfarrer, da die Gemeinde ihn nicht ernähren konnte. Der erste residierende Pfarrer ist Matthäus Bödeker. Er wirkte von 1652 bis ungefähr 1658. Die alte Eschkirche, in Börger auf dem Friedhof wurde mehrfach erweitert. 1804 erfolge ein großer Anbau, da die Bevölkerungszahl stieg. Im Jahre 1890 wurde die Kirche abgebrochen, da im Jahre 1858 in der Ortsmitte, im Brink die neue prächtige St. Jodokus Kirche eingeweiht wurde. Erbberechtigte und Neubauern, Hollandgängerei - Die Gemarkung Börger hatte bis zur Absplitterung von Tochtergemeinden Neubörger und Breddenberg eine Größe von über 13.000 Hektar (die größte Landgemeinde im Königreich Hannover). Es waren große Sandböden- und Moorgebiete die nur extensiv genutzt werden konnten. Nur kleine Parzellen waren ohne Kunstdünger als Acker in Gebrauch. Weidekämpe in Orts- und Hofnähe und der Anbau von Getreide auf dem Esch und auf guten Böden ernährten die Bevölkerung mehr schlecht als Recht. Man betrieb Bienenzucht und Milchviehwirtschaft und baute in den Moorgebieten den Buchweizen zur Eigenernährung an. Genutzt wurde die Feldmark in alter Zeit von den 18 Erben, das heißt den steuerpflichtigen achtzehn Höfen des Dorfes und den dazugehörigen Kötterbauern und Heuerhöfen durch die Viehhaltung. Dabei nahm die Schafhaltung einen besonders hohen Stellenwert ein. Bis zum 16. Jahrhundert besaßen nur die Besitzer der Erbhöfe neben der Steuerpflicht, das Recht zur Wirtschaft in der Mark. Ab dem 16. Jahrhundert wurden weitere Rechte zugestanden, zuerst an die Kötter (vor allem Handwerker wie Schmied, Stellmacher, Tischler, Holzschuhmacher, Schneider, Weber) und dann im 18. Jahrhundert auch an die kleinen Bauern, den so genannten Brinksittern (zu Wohlstand gekommenen Heuerleuten). Die Bevölkerung war arm. Es gab oft Jahre, in denen gehungert wurde. Die Jahre 1840 bis 1880 gelten als besonders schwierige Zeit. Vor allem die rechtlosen Heuerleute traf der Hunger am schwersten. Sie standen an der untersten Sprosse des Wohlstandes und trugen eine Hauptlast. Der Boden brachte mit viel Arbeit nur spärlichen Ertrag und viele Heuerleute aber auch Söhne von Kleinbauern verdienten sich durch die so genannte Hollandgängerei etwas dazu. Sie wanderten im Frühling nach der Einsaat des Kornes nach Holland und arbeiteten dort solange, bis die Kornernte zu Hause anstand als Mäher und Torfstecher. Unsagbar schwere Arbeit war dieses für die Familie zu Hause. Doch auch dieses Zubrot reichte in vielen Fällen nicht für ein anständiges Leben. Viele junge Männer und Frauen wollten ein besseres Leben und sind nach Holland, aber vor allem in die Vereinigten Staaten nach Nordamerika ausgewandert. Neue Orte in der Börger Mark, Auswanderung - Im Jahre 1788 wurden im Nordosten und Nordwesten der Gemarkung ca. 6 Kilometer vom Dorf entfernt zwei Tochtersiedlungen eingerichtet. Hier machten sich Neubauern, vor allem kleine Bauern aus Börger sesshaft. Aus diesen Siedlungen entstanden die Dörfer „Neubörger“ und „Breddenberg“. Die Siedler leisteten nach 10 freien Jahre hohe Abgabenlasten an den Landesherren, dem Herzog von Arenberg, aber auch an die Gemeinde Börger mit den Vollerben. In der Folgezeit verkauften viele Neubaueren Teile der Plaatzen. Von den 16 ausgewiesenen Hofgrundstücken in Neubörger ist keine einzige in der vollen Größe erhalten geblieben. Ähnlich ist es in Breddenberg gewesen. Andere Siedler verließen die Hofstellen ganz. Um 1830 entstanden die Börger Eschrandsiedlungen „Nordkamp“ und „Dosfeld“. Aber auch der Ort Börger verlor an Bevölkerung. Amerika war Mitte des 19. Jahrhunderts der Traum vieler junger Menschen. Durch Briefe und Zeitungsberichte erfuhr man von dem „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ und guten Verdiensten. Mit Ende der Markenteilung in Börger im Jahre 1887 und der Zuteilung von Landbesitz auch an Kleinbauern und dem Aufkommen von Kunstdünger verbesserten sich die Lebensverhältnisse. Nach einem fast 40jährigen Prozess wurde entschieden, dass die Mark nicht nur den Börger Erben, Halb- und Drittelerben sowie Köttern zur Nutzung zustand, sondern auch Brinksitzer die 10 Jahre hier wohnhaft sind und hier wirtschafteten. Jetzt setzte eine Verbesserung der Lebensverhältnisse ein. Eine weitere Fluktuation des Ortes begann. Nach holländischem Vorbild wurde im Norden der Gemarkung Börger die Torfwirtschaft und die Fehnkultur weiter entwickelt. Hier entstand in 10 Kilometer Entfernung vom Ort im Buntstaesmoor, eine neue Ansiedlung „Börgermoor“. Hier baute man den Splittingkanal, der von der Ems hinter Papenburg kommend bis nach Börgerwald verlängert wurde. Hier gab es Arbeit und Brot in der Torfwirtschaft. In den gleichen Jahren (1879) siedelten Bauern auf dem Wohld, auf dem Heideland vor dem Börger Moore mit den Rechten auf Zuteilung von Land, das sie aus der Markenteilung erhalten hatten. Diese Ortschaft wird „Börgerwald“ genannt. Börger erfuhr in diesen Jahren eine Zuwanderung da viele Hausstellen frei wurden. Es war die Blützeit des Handwerks in Börger. Von 1930 bis 1940 wurden in Börgermoor neue Siedlungen angelegt. Eine dieser Moorsiedlungen erhielt den vorläufigen Namen Eggershausen. Börgerwald und Börgermoor bilden heute zusammen die Gemeinde Surwold mit ca. 5000 Einwohnern. Börger hat heute im Jahre 2004 ungefähr 3000 Einwohner, Neubörger ca. 1600 und Breddenberg ca. 1000 Einwohner. Hermann Ubbenjans im August 2004
|